Deutsche Meisterschaft Oberhof

Nach dem Continentalcup in Forni di Sopra ging es bereits eine Woche später wieder nach Italien, wo im Gsiesertal ein Sprint-WK, sowie der 42 km Gsiesertal-Volkslauf in der freien Technik stattfand. Beim Sprint reichte es im Prolog bei mir nicht um mich für die Finalläufe zu qualifizieren und ich wurde nur 46.

 Einen Tag später lag ich dann mit einem Magen-Darm Infekt flach und konnte leider nicht am Marathon teilnehmen. Außer mir hatte es noch mindestens 8 Sportler aus unserer Mannschaft, sowie zahlreiche Sportler aus anderen Nationen erwischt.

So konnte ich 4 Tage nicht trainieren und ein Start bei der Deutschen Meisterschaft schien nicht möglich zu sein. Am Mittwoch, einen Tag vor dem ersten Wettkampf trainierte ich das erste Mal wieder leicht. Erstaunlicherweise ging es gar nicht so schlecht und so entschied ich mich mit nach Oberhof zur Deutschen Meisterschaft zu fahren.

Da der erste Wettkampf über 10 km klassisch Einzel erst abends stattfand konnte ich früh noch einen intensiven Belastungstest absolvieren und entschied mich darauf hin an den Start zu gehen.

Bei grobkörnigem Schnee und sehr nassen Bedingungen hatte ich an diesem Tag einen überragenden Ski und trotz dass ich körperlich nicht topfit war bestimmte ich von Anfang an das Rennen und setzte als letzter Starter der Herrenklasse von Beginn an die Bestzeiten. In der dritten von 4 Runden hatte ich bereits über 30 s Vorsprung und musste so auf der letzten Runde nicht mehr alles geben.

Für mich war das natürlich nach den oben genannten Voraussetzungen ein sehr überraschender Sieg und ich freute mich umso mehr, dass ich meinen Titel über die 10 km aus dem Vorjahr verteidigen konnte. Auf Platz 2 kam Phillipp Marschall, 3. wurde überraschend Manuel Schnurrer.

Am Samstag stand dann ein Pursuit-Wettkampf über 2x 10 km auf dem Programm. Im klassischen Teil bestimmte ich wiederum mit hervorragendem Material von Beginn an das Tempo und konnte mich in der 3. von 4 Runden vom restlichen  Feld etwas absetzen. Nach 10 km erfolgte der Skiwechsel und mit 12 Sekunden Vorsprung ging ich auf den Skatingabschnitt. In der ersten Skatingrunde schafften es dann Marcus Enders, Phillip Marschall und der Junior Hannes Dotzler noch einmal zu mir aufzuschließen. Doch bereits in der 2. von 4 Runden verlor Marcus den Anschluss und wir waren ab diesem Zeitpunkt nur noch zu dritt, ca. 20 s vor dem Rest des Feldes. Ich fühlte mich sehr gut und auf den letzten 500 m drückte ich ordentlich aufs Tempo. Phillipp schaffte es dann auch nicht mehr dran zu bleiben, aber Hannes Dotzler blieb in meinem Windschatten und überholte mich 30 m vor dem Ziel noch. Im Nachhinein gesehen war diese Taktik ziemlich unklug von mir, da auf der Zielgeraden starker Gegenwind herrschte und man im Windschatten eine Menge Kraft hätte sparen können. Aber dennoch reichte es bei den Herren zum 2. Deutschen Meistertitel.

Am Sonntag stand dann zum Abschluss die 3x 5 km Staffel auf dem Programm. Da Andy Kühne leider krankheitsbedingt ausfiel, übernahm Oliver Wünsch seinen Platz als Startläufer. Leider lief es bei ihm überhaupt nicht gut und er wechselte mit über 1 min Rückstand auf Andy Gerstenberger. Vorn hatten sich die Staffeln aus Bayern, Hessen, Thüringen, sowie die Junioren-Staffel aus Bayern schon deutlich abgesetzt. Andy Gerstenberger lief aber ein starkes Rennen und schickte mich mit knapp 45 s Rückstand auf Hessen und Bayern und 10 s auf Thüringen ins Rennen.  Ich lief von Beginn an Vollgas und der Abstand zu Tim Tscharnke der ca. 10 s vor mir immer in Sichtweite lief blieb gleich. Auf Bayern und Hessen machten wir aber Sekunde um Sekunde gut. 1 km vor dem Ziel hatte ich nur noch ca. 15 s Rückstand auf den Hessischen Schlussläufer Juri Propp. 300 m vor dem Ziel zog ich meinen Endspurt an und holte Meter um Meter auf. Schließlich schaffte ich es ca. 30 m vor dem Ziel ihn doch noch einzuholen und uns Platz 3 zu sichern. Der Sieg ging an Bayern, auf die wir am Ende nur noch 15 s Rückstand hatte, Platz 2 ging an Thüringen.

Insgesamt war ich mit dem Verlauf der Deutschen Meisterschaft sehr zufrieden und freue mich nun noch auf die letzten Wochen der Saison.

Dieses Wochenende werde ich beim berühmten Vasalauf in Schweden über 90 km in der klassischen Technik an den Start gehen.